Die kurze Antwort

Für die meisten Einfamilienhäuser mit geeignetem Dach: ja. Drei Punkte machen 2026 den Unterschied:

  • 0 % Mehrwertsteuer auf Module, Speicher und Montage für Anlagen auf Wohngebäuden
  • Hohe Strompreise von rund 37 ct/kWh im Durchschnitt 2026 – jede selbst genutzte Kilowattstunde spart diesen Betrag
  • Stichtag 31.12.2026: Anlagen, die bis dahin in Betrieb gehen, erhalten noch 20 Jahre feste Einspeisevergütung. Für neue Anlagen ab 01.01.2027 soll die feste Vergütung laut Regierungsentwurf entfallen; geplant ist stattdessen eine Übergangszahlung von 5,2 ct/kWh für höchstens 36 Monate (Stand 10/2026, noch nicht beschlossen, Details zur EEG-Novelle).

Wie gut sich eine Anlage rechnet, hängt aber von deinem Dach und deinem Verbrauch ab. Deshalb rechnen wir es durch – inklusive der Fälle, in denen PV sich nicht lohnt.

Pro und Contra

Dafür spricht

  • Du senkst deine Stromrechnung dauerhaft und machst dich unabhängiger von Preissteigerungen.
  • Module halten viele Jahrzehnte; Hersteller wie Trina Solar geben 25 Jahre Leistungsgarantie.
  • Erträge aus Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern sind einkommensteuerfrei.
  • Mit Wärmepumpe, E-Auto oder Klimaanlage nutzt du noch mehr eigenen Strom.

Dagegen spricht

  • Starke Verschattung durch Bäume oder Nachbargebäude
  • Sehr kleine oder reine Norddächer
  • Eine anstehende Dachsanierung in den nächsten Jahren
  • Sehr geringer Stromverbrauch
  • Du planst, das Haus in wenigen Jahren zu verkaufen

Beispielrechnung: Solaranlage 8 kWp

Ein typisches Einfamilienhaus im Weserbergland, zunächst ohne Speicher. Die Annahmen sind bewusst vorsichtig gewählt:

AnnahmeWert
Investition16.400 € (unser Einstiegspreis, inkl. Montage und 0 % MwSt.)
Jahresertragca. 7.600 kWh (rund 950 kWh pro kWp)
Stromverbrauch4.500 kWh im Jahr
Selbst genutzter Solarstromca. 1.900 kWh (rund 25 % des Ertrags)
Strompreis0,37 €/kWh
Einspeisevergütung7,70 ct/kWh (Teileinspeisung bis 10 kWp, Inbetriebnahme bis 31.12.2026)
PositionRechnungBetrag pro Jahr
Ersparnis durch Eigenverbrauch1.900 kWh × 0,37 €rund 700 €
Einspeisevergütung5.700 kWh × 0,077 €rund 440 €
Vorteil gesamtrund 1.140 €

Damit hat sich die Anlage nach etwa 14 bis 15 Jahren bezahlt gemacht – ohne steigende Strompreise einzurechnen. Steigt der Strompreis oder nutzt du mehr Solarstrom selbst, geht es schneller. Mit Speicher steigt der Eigenverbrauch deutlich (Richtwert 50–70 %), dafür kommen die Speicherkosten dazu. Welcher Speicher zu deinem Wechselrichter passt und was er kostet, rechnet dir der Planer in der App genau aus. Für Versicherung und eine Rücklage für einen späteren Wechselrichter-Tausch solltest du einen kleinen Betrag einplanen.

Eigenverbrauch ist der wichtigste Hebel

Eine selbst genutzte Kilowattstunde spart dir rund 37 Cent, eine eingespeiste bringt nur 7,70 Cent (Inbetriebnahme bis 31.12.2026). Je mehr Solarstrom du selbst verbrauchst, desto schneller rechnet sich die Anlage. Übliche Größenordnungen für den Anteil des Solarstroms, den du selbst nutzt:

AusstattungEigenverbrauchsanteil (Richtwert)
Nur Solaranlage, tagsüber kaum jemand zu Hause20–30 %
Solaranlage, Verbrauch bewusst in die Mittagszeit gelegt30–40 %
Solaranlage mit Speicher50–70 %
Speicher plus Wärmepumpe oder E-Auto60–80 %

Tipps ohne zusätzliche Technik

  • Waschmaschine und Spülmaschine mittags laufen lassen oder per Timer starten
  • Das E-Auto tagsüber laden, wenn die Sonne scheint
  • Warmwasser über die Wärmepumpe in der Mittagszeit bereiten

Unser Autark-Steuergerät zeigt dir sekundengenau, wie viel Strom gerade erzeugt und verbraucht wird – auf dem Display im Haus. So erkennst du schnell, wann sich große Verbraucher lohnen.

Mit oder ohne Speicher?

Ein Speicher verschiebt Solarstrom vom Mittag in den Abend und erhöht so den Eigenverbrauch deutlich. Er kostet zusätzlich, rechnet sich aber vor allem bei hohem Abendverbrauch, mit Wärmepumpe oder E-Auto. Mit Blick auf die geplante EEG-Novelle wird er noch wichtiger: Wenn die feste Vergütung für Neuanlagen wegfällt, zählt vor allem der selbst genutzte Strom. Unser Angebot beginnt beim Sungrow SBH100 mit 10 kWh. Bei jeder Autark-Anlage mit Speicher ist Ersatzstrom mit automatischer Umschaltung dabei – ohne Aufpreis. Mehr dazu: Solaranlage mit Speicher.

Photovoltaik und E-Auto

Ein E-Auto braucht je nach Fahrleistung etwa 2.000–3.000 kWh im Jahr. Jede Kilowattstunde, die aus deiner Anlage kommt, ersetzt teuren Netzstrom. Eine Wallbox mit Überschussladen lädt bevorzugt dann, wenn die Anlage mehr erzeugt, als das Haus braucht. Welche Leistung sinnvoll ist, erklären wir unter Wallbox 11 kW oder 22 kW.

Wann sich Photovoltaik nicht lohnt

In diesen Fällen raten wir ab oder empfehlen, zu warten:

  • Verschattetes Dach: Wenn große Teile des Dachs über Stunden im Schatten liegen, sinkt der Ertrag stark.
  • Reines Norddach: Der Ertrag liegt deutlich unter dem eines Süd-, Ost- oder Westdachs.
  • Dachsanierung steht an: Module müssten ab- und wieder aufgebaut werden. Erst das Dach, dann die Solaranlage.
  • Sehr geringer Verbrauch: Für einen kleinen Single-Haushalt kann ein Steckersolargerät die bessere Wahl sein.
  • Baldiger Verkauf: Die volle Ersparnis entfaltet sich über viele Jahre.

Ob dein Dach passt, prüfen wir im Angebot. Einen ersten Eindruck bekommst du mit der App Autark Hausplaner.