Warum eine Wallbox statt Steckdose?

Eine normale Haushaltssteckdose ist nicht dafür gemacht, stundenlang hohe Ströme zu liefern. Eine Wallbox ist genau dafür ausgelegt, lädt deutlich schneller und lässt sich mit der Solaranlage koppeln. Anschließen darf sie nur ein in das Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragener Elektrofachbetrieb, denn Fehler bei Leitung oder Absicherung können zu Überhitzung führen.

Wallbox und Solaranlage: Laden mit eigenem Strom

Beim PV-Überschussladen startet die Wallbox automatisch, sobald deine Solaranlage mehr erzeugt, als das Haus gerade braucht. Dafür verbinden wir die Wallbox mit Wechselrichter und Autark-Steuergerät. Ein vereinfachtes Beispiel mit offenen Annahmen:

AnnahmeWert
Fahrleistung15.000 km im Jahr
Verbrauchca. 18 kWh / 100 km → ca. 2.700 kWh
Laden aus dem Netz (37,0 ct/kWh, BDEW 2026)ca. 1.000 € im Jahr
Laden mit eigenem Solarstrom (statt 7,70 ct Einspeisung)ca. 210 € im Jahr
Ersparnis, wenn der ganze Ladestrom vom Dach kämerund 790 € im Jahr

Wie viel davon wirklich aus der Sonne kommt, hängt davon ab, wann das Auto zu Hause steht. Wer tagsüber oft daheim ist oder am Wochenende lädt, profitiert am meisten. Ein Stromspeicher und eine flexible Ladeplanung helfen zusätzlich.

11 oder 22 kW?

  • 11 kW (dreiphasig, 16 A): Ein 60-kWh-Akku ist in rund 6 Stunden voll – für ein Einfamilienhaus fast immer ausreichend, über Nacht ist das Auto geladen. Beim Netzbetreiber genügt eine Anmeldung.
  • 22 kW (dreiphasig, 32 A): lädt etwa doppelt so schnell, braucht aber eine Genehmigung des Netzbetreibers und einen ausreichend starken Hausanschluss. Viele E-Autos laden an Wechselstrom ohnehin nur mit 11 kW – schau ins Datenblatt deines Fahrzeugs. 22 kW lohnt sich eher für Gewerbe oder mehrere Autos.
  • Einphasig (3,7 kW): günstige Geräte laden oft nur einphasig und brauchen für einen 60-kWh-Akku rund 16 Stunden. Wir empfehlen dreiphasige Geräte.

Worauf es bei der Wallbox ankommt

  • Überschussladen: Die Wallbox sollte ihre Leistung nach dem Solarüberschuss regeln können.
  • Lastmanagement: Die Wallbox passt ihre Leistung an, damit Hausanschluss und Sicherungen nicht überlastet werden – wichtig bei Wärmepumpe oder zweitem Ladepunkt.
  • Schutztechnik: Jede Wallbox braucht einen passenden Fehlerstromschutz. Manche Modelle haben ihn eingebaut, sonst kommt er in den Zählerschrank.
  • Geeichter Zähler (MID): Pflicht, wenn Ladestrom abgerechnet werden soll, etwa beim Firmenwagen oder im Mehrfamilienhaus.
  • Vernetzung: per WLAN oder LAN, offene Standards wie OCPP machen die Wallbox zukunftssicher.

Welches Modell zu dir passt, entscheiden wir gemeinsam – abhängig von Auto, Wechselrichter und Nutzung.

So läuft die Installation ab

  1. Check: Hausanschluss, Zählerschrank und Leitungsweg zur Garage oder zum Stellplatz – meist genügen Fotos, wenn nötig kommen wir einmal vorbei.
  2. Anmeldung: Wir melden die Wallbox beim Netzbetreiber an, bei 22 kW holen wir die Genehmigung ein.
  3. Montage: Leitung verlegen, Schutztechnik einbauen, Wallbox montieren.
  4. Einrichtung: Funktionstest, PV-Überschussladen einrichten, Einweisung.

Montiert wird von unserem eigenen Team. Arbeiten am Zählerschrank, die Netzanmeldung und die Inbetriebsetzung übernimmt ein eingetragener Partner-Elektromeister – so wie es vorgeschrieben ist.

Bei älteren Häusern ist oft der Zählerschrank der Knackpunkt: Fehlt der Platz für zusätzliche Schutzschalter, muss er erweitert oder erneuert werden. Steht die Garage frei, kann ein Erdkabel nötig sein. Beides klären wir vorab anhand von Fotos und, wenn nötig, einmal vor Ort.

Was kostet eine Wallbox?

Das hängt vom Modell, der Leitungslänge und deinem Zählerschrank ab. Nach einem kurzen Check bekommst du von uns einen schriftlichen Festpreis – inklusive Wallbox, Leitung, Schutztechnik, Anmeldung beim Netzbetreiber und Inbetriebnahme. Auf Montage und Installation geben wir 5 Jahre Gewährleistung, für das Gerät gilt die Herstellergarantie. Bezahlt wird erst, wenn wir deine Angaben geprüft haben und du unsere Auftragsbestätigung unterschrieben hast – vorher zahlst und unterschreibst du nichts. Wallbox-Angebot anfragen

Wichtig: Für eine Wallbox gelten 19 % Mehrwertsteuer. Der Nullsteuersatz gilt nur für Solarmodule, Wechselrichter und Speicher, nicht für die Wallbox – auch nicht, wenn du sie zusammen mit der Solaranlage kaufst.

Förderung und § 14a EnWG

  • Kein Zuschuss: Einen Bundeszuschuss für eine private Wallbox gibt es nicht. Das frühere KfW-Programm 442 („Solarstrom für Elektroautos“) ist beendet. Auch Niedersachsen hat derzeit kein Landesprogramm für private Wallboxen.
  • § 14a EnWG: Eine Wallbox ist eine steuerbare Verbrauchseinrichtung. Seit 2024 darf der Netzbetreiber steuerbare Verbraucher wie deine Wallbox in Engpässen kurz auf 4,2 kW drosseln – Laden bleibt möglich. Dafür bekommst du ein reduziertes Netzentgelt, pauschal etwa 110 bis 190 € im Jahr, je nach Netzbetreiber (Modul 1, BNetzA).

Anträge stellst du selbst. Mehr zu allen Programmen auf unserer Seite Förderung 2026.

Solaranlage dazu?

Planst du auch eine Solaranlage, koppeln wir beides in einem Vertrag. Unsere Solaranlagen gibt es ab 9.750 € für 5 kWp (Richtwert, ohne Speicher) und ab 16.400 € für 8 kWp (0 % MwSt.). Mehr auf der Seite Photovoltaik.

Alles zur Wallbox-Installation

Ablauf, Schutztechnik, PV-Überschussladen und weitere Antworten findest du auf unserer Wallbox-Seite.

Zur Wallbox-Seite

Dein Projekt anfragen in Bad Pyrmont

Schreib uns kurz, was du vorhast. Telefon oder E-Mail genügt. Unverbindlich: Vorher zahlst und unterschreibst du nichts.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Genehmigung für die Wallbox?
Eine Baugenehmigung ist in der Regel nicht nötig. Die Wallbox muss aber beim Netzbetreiber angemeldet werden, bei 22 kW braucht es eine Genehmigung. Beides übernehmen wir.
Darf ich als Mieter oder Wohnungseigentümer eine Wallbox einbauen lassen?
Mieterinnen und Mieter können vom Vermieter verlangen, den Einbau einer Ladestation zu erlauben (§ 554 BGB). Wohnungseigentümer haben seit der WEG-Reform 2020 einen Anspruch darauf, dass die Gemeinschaft den Einbau gestattet. Die Kosten trägt in der Regel, wer die Wallbox haben möchte.
Geht die Wallbox auch ohne Solaranlage?
Ja. Jede Wallbox lädt auch aus dem Netz. Wählst du ein überschussfähiges Modell, kannst du später eine Solaranlage ergänzen, ohne die Wallbox zu tauschen.
Gibt es 2026 eine Förderung für die Wallbox?
Einen Zuschuss für private Wallboxen gibt es derzeit nicht, KfW 442 ist beendet. Meldest du die Wallbox als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG an, bekommst du ein reduziertes Netzentgelt.

Weiterlesen