Warum die richtige Größe wichtig ist
Deine Solaranlage erzeugt Strom, wenn die Sonne scheint – meist mittags. Gebraucht wird er aber vor allem morgens und abends. Ein Speicher schließt diese Lücke. Wie groß er sein sollte, hängt ab von:
- deinem Stromverbrauch und wann du ihn brauchst (Lastprofil),
- der Größe und Ausrichtung deiner Solaranlage,
- geplanten Verbrauchern wie Wärmepumpe oder E-Auto,
- deinem Ziel: möglichst unabhängig oder möglichst wirtschaftlich.
Das wird ab 2027 noch wichtiger: Laut Regierungsentwurf zum EEG 2027 (noch nicht beschlossen) soll es für neue Anlagen keine feste Einspeisevergütung mehr geben. Dann zählt fast nur noch, wie viel Solarstrom du selbst nutzt.
Schritt 1: Jahresverbrauch ermitteln
Die Zahl steht auf deiner letzten Stromrechnung (kWh für 12 Monate). Grobe Orientierung für Haushalte ohne Wärmepumpe:
| Haushalt | Verbrauch pro Jahr (grob) |
|---|---|
| 1–2 Personen | 2.000–3.500 kWh |
| 3–4 Personen | 3.500–5.000 kWh |
| 5 und mehr Personen | 5.000–8.000 kWh |
Eine Wärmepumpe oder ein E-Auto erhöhen den Verbrauch deutlich, oft um mehrere tausend kWh im Jahr. Plane sie gleich mit ein, wenn sie absehbar sind.
Schritt 2: Solarertrag abschätzen
In Norddeutschland und im Weserbergland erzeugt ein Süddach typischerweise rund 900 bis 1.000 kWh pro kWp und Jahr, im Süden etwas mehr. Eine 8-kWp-Anlage bei uns kommt so auf etwa 7.200 bis 8.000 kWh im Jahr. Im Jahresmittel sind das rund 20 kWh am Tag – im Sommer ein Vielfaches davon, im Winter nur einen Bruchteil.
Schritt 3: Abend- und Nachtverbrauch betrachten
Für den Speicher zählt nicht der ganze Verbrauch, sondern der Teil, der anfällt, wenn die Sonne nicht scheint. Beispiel für einen Vier-Personen-Haushalt:
| Tageszeit | Verbrauch (Beispiel) | Woher kommt der Strom? |
|---|---|---|
| Morgen (6–9 Uhr) | 0,5–1,5 kWh | überwiegend Speicher |
| Tag (9–17 Uhr) | 1,0–2,0 kWh | direkt vom Dach |
| Abend (17–22 Uhr) | 2,0–3,0 kWh | Speicher |
| Nacht (22–6 Uhr) | 0,5–1,0 kWh | Speicher |
Schritt 4: Speichergröße mit Faustregeln abschätzen
Zwei gängige Faustregeln führen meist zu ähnlichen Werten:
- Nach Verbrauch: rund 1 kWh Speicher je 1.000 kWh Jahresverbrauch.
- Nach Anlagengröße: rund 1 bis 1,5 kWh Speicher je kWp Solarleistung.
Beispiel: Ein Haushalt mit 4.500 kWh Verbrauch und einer 8-kWp-Anlage landet bei etwa 5 bis 10 kWh. Mit Wärmepumpe oder E-Auto darf es mehr sein – allerdings kann auch ein großer Speicher den Winter nicht überbrücken: Im Dezember reicht der Solarstrom oft nicht einmal für den Tagesbedarf.
Welche Größen gibt es bei uns?
An unserem Standard-Wechselrichter Sungrow SH15T setzen wir die Hochvolt-Serie Sungrow SBH ein. Sie ist aus 5-kWh-Modulen aufgebaut; die kleinste Größe am SH15T ist der SBH100 mit 10 kWh. Die Batterie lädt ab 0 °C. Welcher Speicher zu deinem Wechselrichter passt und was er kostet, rechnet dir der Planer in der App genau aus.
Sommer und Winter: was ein Speicher kann – und was nicht
Im Sommer ist der Speicher abends meist voll und reicht oft über die Nacht. Im Winter liefert das Dach deutlich weniger, der Speicher wird dann oft nicht mehr voll. Ein Speicher gleicht Tag und Nacht aus, nicht Sommer und Winter. Den Netzanschluss brauchst du deshalb weiterhin.
Was bringt eine gespeicherte Kilowattstunde?
Jede Kilowattstunde, die du aus dem Speicher statt aus dem Netz nimmst, spart dir den Strompreis – im Schnitt 37,0 ct/kWh (BDEW 2026). Speist du sie stattdessen ein, bekommst du bei einer Anlage bis 10 kWp und Inbetriebnahme bis 31.12.2026 nur 7,70 ct. Einen Bundeszuschuss für Speicher gibt es nicht, aber du zahlst 0 % Mehrwertsteuer auf den Speicher, auch wenn du ihn später nachrüstest. Finanzieren lässt er sich über den KfW-Kredit 270.
Häufige Fehler
- Zu groß kaufen: Ein Speicher, der im Sommer abends noch halb voll ist, bringt keinen Mehrwert.
- Zu kleine Solaranlage mit großem Speicher: Der Speicher wird vor allem im Winterhalbjahr nicht voll.
- Zukunft vergessen: Wärmepumpe oder E-Auto in ein paar Jahren? Dann lieber jetzt mitplanen – bei der SBH-Serie lässt sich später in 5-kWh-Schritten erweitern, wenn der Wechselrichter das zulässt.
- Nur auf die Kapazität schauen: Speicher und Wechselrichter müssen zusammenpassen.
Im Autark Hausplaner siehst du, wie viel Solarstrom du ohne und mit Speicher selbst nutzt und welcher Speicher zu deinem Wechselrichter passt.
