Die kurze Antwort: Es kommt auf deinen Verbrauch an
Ein Batteriespeicher lohnt sich vor allem, wenn du abends und nachts viel Strom brauchst und tagsüber einen großen Teil deines Solarstroms ins Netz einspeisen würdest. Entscheidend sind dein Verbrauch über den Tag, der Strompreis und wie wenig die Einspeisung bringt. Ein festes Amortisationsjahr können wir dir nicht seriös nennen – dafür sind Verbrauch und Strompreise zu unterschiedlich.
Was eine gespeicherte Kilowattstunde wert ist
Die wichtigste Zahl ist der Unterschied zwischen Strompreis und Einspeisevergütung. Mit einem Strompreis von 37,0 ct/kWh (BDEW-Durchschnitt 2026) und einer Einspeisevergütung von 7,70 ct/kWh (Anlagen bis 10 kWp, Inbetriebnahme bis 31.12.2026) gilt:
- Jede Kilowattstunde, die der Speicher vom Einspeisen in den Eigenverbrauch verschiebt, bringt dir rund 29 ct mehr (37,0 minus 7,70 ct).
- Verschiebt der Speicher im Jahr zum Beispiel 1.000 kWh, sind das rund 293 € – abzüglich kleiner Verluste beim Laden und Entladen.
Wie viele Kilowattstunden es bei dir tatsächlich sind, hängt von deinem Verbrauchsprofil, der Größe der Solaranlage und der Speichergröße ab. Genau das rechnet dir der Planer in der App mit deinen Werten aus.
Wann sich ein Speicher besonders lohnt
- Viel Verbrauch am Abend: Wer tagsüber außer Haus ist und abends kocht, wäscht und fernsieht, nutzt ohne Speicher nur wenig vom eigenen Solarstrom.
- Wärmepumpe oder E-Auto: Beide erhöhen deinen Stromverbrauch deutlich – auch in den Abendstunden.
- Hoher Strompreis: Je teurer der Netzstrom, desto mehr ist jede selbst genutzte Kilowattstunde wert.
- Wenig Geld für Einspeisung: Laut Regierungsentwurf zum EEG 2027 (noch nicht beschlossen) soll es für neue Anlagen ab 2027 nur noch eine befristete Übergangszahlung von 5,2 ct/kWh für höchstens 36 Monate geben, und neue Dachanlagen unter 100 kW sollen dauerhaft höchstens 50 % ihrer Leistung einspeisen dürfen. Dann zählt fast nur noch der Eigenverbrauch. Änderungen im Verfahren sind möglich; mehr dazu: EEG 2027.
- Einspeisegrenze schon heute: Nach dem Solarspitzengesetz (seit 25.02.2025) darf eine neue Anlage höchstens 60 % ihrer Leistung einspeisen, bis Smart Meter und Steuerbox eingebaut sind. Bei negativen Börsenpreisen gibt es keine Vergütung – bei Anlagen unter 100 kW ab dem Jahr nach dem Smart-Meter-Einbau; die ausgefallenen Zeiten werden am Ende der 20 Jahre angehängt. Ein Speicher kann die Mittagsspitze aufnehmen, statt sie ungenutzt zu lassen.
Welche Nachteile gibt es?
- Zusätzliche Kosten: Ein Speicher ist ein spürbarer Posten und muss sich über die Jahre durch den höheren Eigenverbrauch bezahlt machen.
- Verluste: Beim Laden und Entladen geht ein kleiner Teil der Energie verloren.
- Alterung: Wie jede Batterie verliert auch ein Hausspeicher mit den Jahren etwas Kapazität.
- Platz: Der Speicher braucht einen geeigneten Aufstellort, der mit dem Wechselrichter geplant wird.
Welchen Speicher wir einsetzen
An unserem Standard-Wechselrichter Sungrow SH15T setzen wir die Hochvolt-Serie Sungrow SBH ein. Die Serie besteht aus 5-kWh-Modulen, die kleinste Größe am SH15T ist der SBH100 mit 10 kWh. Die Batterie lädt ab 0 °C. Welcher Speicher zu deinem Wechselrichter passt und was er kostet, rechnet dir der Planer in der App genau aus.
Zu jeder Solaranlage gehört außerdem unser eigenes Autark-Steuergerät: Es zeigt dir sekundengenaue Werte zu Erzeugung, Verbrauch und Speicher auf einem Display im Haus und ermöglicht uns die Fernwartung.
Wie groß sollte der Speicher sein?
Größer ist nicht automatisch besser: Ein zu großer Speicher wird im Winter kaum voll und bleibt im Sommer nachts teilweise ungenutzt. Die passende Größe richtet sich nach deinem Abend- und Nachtverbrauch und nach der Größe deiner Solaranlage. Wie du das abschätzt, erklärt der Artikel Speichergröße berechnen.
Steuern und Förderung für Speicher
- 0 % Mehrwertsteuer: Speicher gehören zu den begünstigten Komponenten, wenn sie mit einer Solaranlage auf oder an einem Wohngebäude genutzt werden (Nullsteuersatz, § 12 Abs. 3 UStG). Ab 5 kWh wird die Nutzung für Solarstrom vermutet. Mehr: 0 % MwSt. auf Solar.
- Kein Zuschuss: Einen Bundeszuschuss für Batteriespeicher am Einfamilienhaus gibt es nicht, und weder Niedersachsen noch NRW haben derzeit ein Landesprogramm dafür. Möglich ist ein Kredit der KfW (Programm 270); den Antrag stellst du vor Vorhabenbeginn selbst, die aktuellen Zinsen stehen auf kfw.de.
- § 14a EnWG: Speicher mit mehr als 4,2 kW Leistung gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtung. Der Netzbetreiber darf ihren Netzbezug im Ernstfall auf 4,2 kW drosseln, dafür zahlst du ein reduziertes Netzentgelt.
Alle Details: Förderung 2026.
Fazit
Ein Speicher ist keine Pflicht, wird aber wichtiger, je weniger die Einspeisung bringt. Für Haushalte mit viel Abendverbrauch, Wärmepumpe oder E-Auto ist er oft eine sinnvolle Ergänzung. Rechne ehrlich mit deinem eigenen Verbrauch statt mit Durchschnittswerten – und vergleiche den Speicherpreis mit dem, was er dir pro Jahr zusätzlich bringt.
Im Autark Hausplaner rechnest du mit deinem Dach und deinem Verbrauch, welcher Speicher passt und was er kostet. Danach prüfen wir deine Angaben und machen dir ein Festpreis-Angebot.
